6 Tipps, wie du den perfekten Text für deinen Blog schreibst

Die Ideen und Themen für deinen Blog, dein Buchprojekt, den Newsletter oder das E-Book sind da? Toll. Jetzt musst du sie nur noch zu Papier bringen – am besten so, dass sie so leserfreundlich wie möglich sind. Denn das danken dir deine Follower. Ich verrate dir ein paar Tipps und Tricks, wie du Texte so schreibst, dass deine Leser dir bis zum letzten Satzzeichen folgen – und deine Webseite gerne wieder besuchen.

Sind Rechtschreibung und Grammatik eigentlich so wichtig?

Gerade gestern habe ich in einem Bloggerforum einen interessanten Beitrag zum Thema „Textliche Qualität von Blogbeiträgen“ gelesen. Darin geht es um Blogger, die in aller Regelmäßigkeit Texte zu Papier bringen, die voller Fehler sind. Die Meinung in der Diskussion könnten unterschiedlicher nicht sein: Da gibt es die eine Gruppe, denen wirklich egal ist, wie sie ihr Thema an den Mann oder die Frau bringen. Rechtschreibung? Nicht wichtig. Kommata? Braucht kein Mensch. Und dann ist da die andere Gruppe derer, die sagen: Texte mit schlechter Orthografie gehen überhaupt nicht, werfen ein schlechtes Bild auf die Blogger-Branche und zeugen nicht von Professionalität.

 

Warum wir korrekte Rechtschreibung in Texten nutzen sollten

Doch wie steht es um deinen eigenen Blog? Im Grunde möchten wir alle, dass die Leser zufrieden sind, Mehrwert aus unseren Texten ziehen und wiederkommen, korrekt? Vor allem, wenn es zu Kooperationen kommt, für die du viel Geld bekommst, erwarten deine Auftraggeber einen korrekt geschriebenen Text. Warum das so sein sollte? Eine einheitliche Rechtschreibung ist die Basis dafür, dass wir geschriebene Texte überhaupt untereinander verstehen können. Stell dir einmal vor, jeder von uns würde so schreiben, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Im Laufe weniger Jahre würden Wortgebilde entstehen, die nicht zum „gelernten“ Standard gehören und nur noch ein Teil der Menschen verstehen könnte. Natürlich hat jeder das Recht, sein Desinteresse zu schlechter Rechtschreibung und Grammatik an den Tag zu legen. Meine Meinung als Germanistin: Die deutsche Sprache ist ein hohes Gut, mit dem wir uns jeden Tag umgeben. Wir sollten sie wertschätzen und schon aus Respekt vor ihrem Alter uns darin üben, sie an andere Generationen weiterzugeben.

 

So machst du deine Texte lesefreundlich

Im Grunde geht es bei sauber geschriebenen Texten vor allem um einige Techniken, die wir beherrschen sollten. Wenn man dazu eine Portion Talent und Sprachgefühl mitbringt: Umso besser! Das kannst du tun, um deine Texte leserfreundlicher zu machen – es ist ganz einfach!

 

1. Vermeide lange und verschachtelte Sätze

Das kennen wir alle: In der Kürze liegt die Würze! Und das ist auch bei Sätzen im Internet so. Unser Gehirn ist in der Lage, nur 12 bis 15 Wörter im Kurzzeitgedächtnis abzuspeichern. Was heißt das für uns? Schreibe deine Sätze so präzise und kurz wie möglich. Vermeide lieber lange Sätze, bei denen der Leser am Ende nicht mehr weiß, was wir am Anfang sagen wollten. Nebensätze oder lange, verschachtelte Sätze lassen sich meistens in mehrere Sätze splitten.

 

2. Ersetze Fremdwörter und Fachbegriffe

Sowohl fachliche Begriffe als auch Fremdwörter zeugen scheinbar von Intellekt. Und in Fachartikeln mit einer speziellen Zielgruppe sind sie gut aufgehoben. Aber wenn wir für die Allgemeinheit schreiben, sollten wir uns so einfach wie möglich ausdrücken. Denn es soll uns jeder verstehen können.

 

3. Füllwörter? Nein, Danke!

Füllwörter sind solche Wörter, die einen Text unnötig aufblähen, aber niemand etwas davon hat. „Darüber hinaus“, „so gesehen“, „irgendwie“ oder „auch“ und „gerade“ sind Beispiele für diese Art von Wörtern. Mein Tipp: Lies den Text im Hinblick auf unnötige Wörter durch und streiche sie konsequent. Du wirst dich wundern, wie aussagekräftig deine Sätze plötzlich werden. Übrigens: Auch die vermeintlich wichtigen Adjektive brauchen wir häufig nicht. Also raus damit, wann immer es geht. Eine übersichtliche Liste mit Füllwörtern habe ich auf der Webseite von „beherzt in die Tasten greifen“ gefunden. Schaut mal hinein.

 

4. Schreibe immer aktiv!

Wörter sind dazu da, um beim Leser Bilder im Kopf zu erzeugen. Doch das geht nur, wenn wir es zulassen und so schreiben, dass sich der Leser bildlich etwas vorstellen kann. Meistens verlieren wir uns in passiven Satzkonstruktionen, die nicht schön zu lesen sind. Beispiel? Gerne!

Eine passive Satzkonstruktion:
Der Text wurde von mir geschrieben und wird morgen im Blog veröffentlicht.
Eine aktive Satzkonstruktion:
Meinen Text findet Ihr morgen auf meinem Blog.
Für noch mehr Bilder im Kopf:
Ich musste meine unsortierten Gedanken dringend zu Papier bringen. So wanderten meine Finger bis in die späten Abendstunden über die Tastatur meines PCs, um all das mit Euch auf meinem Blog zu teilen.

Merke: Passive Sätze sind immer langweilig zu lesen und entstehen meistens aus Unsicherheit. Mit ein wenig Training kannst du aber schnell lernen, aktiv und bildlich zu schreiben.

 

5. Vermeide negative Formulierungen

Auch das ist ein Fehler, der uns immer wieder passiert. Wir haben den Hang dazu, Dinge negativ auszudrücken, die sich einfacher positiv beschreiben ließen.
Beispiel: Die Party war nicht nur eine Beschäftigung an einem sonst langweiligen Abend. Eine der Begegnungen würde mir lange in Erinnerung bleiben.  Brauchen wir wirklich den ersten Satz in unserem Beispiel? Ich meine: Nein.

 

6. Korrekturlesen

Klar, das kenne ich genauso wie du: Einmal geschrieben, möchte ich meinen Text natürlich so schnell wie möglich online stellen. Doch das Korrekturlesen eines Textes gehört zu den Pflichtaufgaben bei jeder Art von Text. So lassen sich sowohl Rechtschreibefehler und Grammatik glätten als auch der Ausdruck überprüfen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, wie sich ein Text prüfen lässt:

  • Lege den Text weg und schlafe eine Nacht drüber. Du wirst merken: Am nächsten Tag schaust du anders auf deinen Text und entdeckst eher den einen oder anderen Fehler.
  • Das Vier-Augen-Prinzip: Du hast Probleme damit, deine eigenen Texte zu korrigieren? Das geht fast allen von uns so. Dann hilft immer eine zweite Person, die sich deinen Text durchliest und auf Fehler korrigiert. Vielleicht hast du in deinem Freundeskreis oder der Familie jemanden, dem du das anvertrauen kannst. Oder schließe dich mit einigen Bloggern zusammen, die vor der gleichen Herausforderung stehen. Wenn Ihr Eure Texte gegenseitig lest und verbessert, haben alle etwas davon!
  • Word-Prüfung: Nutze die Korrekturfunktion im Wordprogramm. Sie weist dich recht zuverlässig auf orthografische oder grammatikalische Fehler hin und bietet Lösungen an.
  • Werkzeuge: Im Web stehen dir einige gute Programme zur Verfügung, die deinen Text analysieren und Verbesserungsvorschläge machen. Ein Beispiel dafür findest du auf der Webseite der Wortliga oder unter Textanalyse. Ein tolles, aber leider kostenpflichtiges Tool, ist ebenfalls Papyrus. Es bietet vor allem Autoren eine Fülle an Möglichkeiten, um Texte zu verbessern. Und zuletzt bietet auch der Duden eine schöne Rechtschreibprüfung.
  • Laut vorlesen: Einfach, aber sehr effektiv. Lies dir deinen Text laut vor. Du wirst feststellen, welche Sätze fließen oder welche Stellen du verbessern könntest.

 

Der goldene Mittelweg beim Texten

Am Ende des Tages geht es wie immer darum, einen goldenen Mittelweg für sich zu finden. Viele von uns professionellen Textern haben einen Stil, der auch immer wieder den klassischen Regeln widerspricht. Hier sollte am jeder den passenden Weg für sich finden. In diesem Sinne: Ich hoffe, dass Euch meine Tipps bei der nächsten Texterstellung hilft.