Was macht eigentlich ein Texter?

Diese Jobs erledigen Texter

Ihr kennt das: Man trifft neue Leute, kommt ins Gespräch und irgendwann kommt die unvermeidliche Frage nach dem Beruf. Das ist auch bei mir so, seitdem ich mich als Texterin selbstständig gemacht habe. Altenpflegerin, Ingenieur, Einzelhandelskaufmann: Viele Berufe kennt jeder und man weiß, wovon man redet, kommt man mit einer Berufsbezeichnung daher. Das ist bei meinem Berufsbild anders. Wenn ich sage „Ich bin Texterin“ bekomme ich in aller Regel zwei Reaktionen. Und genau die will ich euch heute vorstellen und ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Diese Eigenschaften identifizieren dich al Texter

Kann man mit Texten wirklich Geld verdienen?

Zuerst gibt es die Reaktionen mit dem fragenden Blick: Du schreibst? Ja! Für Geld? Ja, tatsächlich schreibe ich für Geld – meisten zumindest. Und tatsächlich kann ich davon leben. Das alleine ist für viele nicht vorstellbar, tut sich mancher schon schwer, einen zehnzeiligen Brief zu schreiben – genauso wie ich mich schwertue, simple mathematische Gleichungen zu lösen. Doch schauen wir uns einmal um: Überall sind wir umgeben von Texten. Plakate, Flyer und Zeitungen bestehen genauso aus Texten wie Webseiten, Facebook- und Twitter-Postings, E-Books oder Newsletter. Alle diese Texte hat jemand geschrieben – in vielen Fällen jemand wie ich.

Journalist, Blogger oder Texter – was denn nun?

Dann gibt es die Reaktionen die schon ein wenig komplizierter sind und Erklärungen bedürfen. Von dieser Gruppe kommt meistens das wissentliche Nicken, was ein Texter so tut, und sofort danach ein wildes Vermischen verschiedener Berufsbezeichnungen.

„Du bist so etwas wie ein Journalist“!

Nein, bin ich nicht. Ein Journalist ist jemand, der zu bestimmten Themen Informationen sammelt und möglichst objektiv und sachlich für Medien wie Tageszeitungen, Fernsehen oder Radio schreibt. Das heißt nun nicht, dass Texter nicht sachlich schreiben könnten oder würden. Aber wir arbeiten meistens für Unternehmen, die mit ihrem Content ein Produkt oder einen Service verkaufen möchten.

„Du bist Texter, also bist du Autor?!“

Nein. Absolut nicht, auch wenn das einer meiner Kindheitsträume ist, mindestens einen Roman in meinem Leben zu schreiben. Ein Autor ist in der Regel der Urheber eines literarischen Werkes (sowohl Belletristik wie Sach- oder Fachbücher) und veröffentlicht seine Werke im optimalen Fall über einen Verlag. Aber hier kommt der Einwand: Aus Textern können sich durchaus Autoren entwickeln. Viele Texter bringen mindestens E-Books auf den Markt. Andere gehen in Richtung Buch.

Diese Jobs erledigen Texter

Autor und Texter – das kann manchmal die gleiche Person sein, muss aber nicht.

Ach toll, du bist Redakteur!“

Tatsächlich stimmt das in meinem Fall, habe ich doch ein Redaktionsvolontariat für Print und Online-Medien durchlaufen. Das ist aber nicht die Regel. Denn ein Texter ist kein Redakteur. Ein Redakteur versteht sich in erster Linie als Person, die geschriebene Texte liest, redigiert und manchmal eben auch selbst schreibt. Meistens ist ein Redakteur für ein bestimmtes Medium, zum Beispiel ein Kundenmagazin, oder bei Tageszeitungen für ein Ressort zuständig. Der Redakteur sichtet die unzähligen Informationen, die sich in einem Ressort sammeln, schaut, welche Informationen für seine Zielgruppe interessant sein könnten und bereitet den Weg hin zu einer Veröffentlichung vor – dazu zählen je nach Größe des Ressorts auch Fotos oder Info-Grafiken.

„OK, dann bist Du so etwas wie ein Blogger!“.

Hm, Jein würde ich sagen. Viele der heutigen Texter haben Blogs, in denen sie ihre Arbeiten und ihr Know-how präsentieren oder gerne zu Lieblingsthemen schreiben. Das ist auch bei meinem Herzenprojekt Back mit Liebe so. Allerdings sind Blogger Personen, die häufig ohne fachlichen Hintergrund Artikel aus der ICH-Perspektive zu verschiedenen Themen schreiben. Sie halten Ideen, Erlebnisse und Projekte in Texten, Bildern oder Vlogs fest und veröffentlichen sie auf ihrem eigenen Blog. Die Blogger haben Spaß am Schreiben, sind aber keine von der Pike auf gelernten Texter. Deswegen können sie aber trotzdem wahnsinnig tolle Texte liefern.

„Werbetexter – das ist es!“

„Jetzt weiß ich, du bist eine von denen, die sich um die Texte in der Werbung kümmern!“ Nun kommen wir der Sache schon etwas näher. Der Werbetexter oder auch Copywriter genannt, ist eines der Berufsbilder, das in Werbeagenturen zu finden ist. Der Texter kümmert sich um meistens werbliche Texte für Anzeigen, TV-Spots, Flyer, Online-Werbung und vieles mehr – übrigens zusammen mit einem meistens umfangreichen Konzept, das dahintersteht. Der Texter geht sogar noch etwas darüber hinaus. Denn bei ihm kann man alle Art von Arbeiten in Auftrag geben, die mit Texten zu tun haben – und das sowohl werblicher als auch sachlich, redaktioneller Art. Manchmal schreiben die Texter mit ihrem Klarnamen, aber in genauso vielen Fällen als Ghostwriter, also unsichtbar.

Wie wird man überhaupt Texter?

Was macht eiegntlich ein Texter

Neben Stiften, Papier und PC braucht man als Texter vor allem eins: Die Liebe zum Wort!

Profis und Quereinsteiger

Um als Texter zu arbeiten, braucht man theoretisch keine bestimmte Ausbildung, so wie wir das von vielen anderen Berufsbildern kennen. Allerdings haben viele der Texter, die ich kenne, einen akademischen Abschluss, zum Beispiel in Geistes- oder Sprachwissenschaften. Das macht auch Sinn, denn die Liebe zur Sprache ist das, was man als Texter auf jeden Fall haben sollte. Auch ich bin den Weg gegangen und habe Germanistik und katholische Theologie studiert. Wir lieben es, uns mit Worten und Texten zu umgeben, lesen viel und gerne, achten auf korrekte Orthografie und einen guten Ausdruck, schreiben unsere Texte professionell und unter fest vorgegebenen Zeitplänen nach exakten Anforderungen unserer Kunden. Texten bedeutet Emotionen und Leidenschaft. Denn wir benutzen Wörter, um daraus Bilder entstehen zu lassen, die den Leser emotional wie sachlich abholen – je nachdem, was gewünscht ist. Dabei können wir Texter uns in verschiedene Zielgruppen hineinversetzen und genauso flapsig wie locker als auch seriös und gehoben schreiben.

Einige der Texter durchlaufen nach dem Studium ein Volontariat in einer Agentur, einem Verlag oder einem Unternehmen, wo sie tiefere Einblicke in die Arbeit mit dem Medium Sprache erlernen. Einige Hauptstädte in Deutschland bieten in verschiedenen Ausbildungsstätten auch kostenpflichtige Lehrgänge an. Dazu zählt zum Beispiel die Texterschmiede in Hamburg.

Agentur oder Freelancer?

Viele Texter finden den Weg über Praktika und „Working on the job“-Modelle in PR-Agenturen hinein. Viele Agenturen fordern zunächst sogenannte Copytests vor einem Bewerbungsgespräch – das sind anspruchsvolle Kurztests, die Aufgaben aus der Werbebranche beinhalten und die der Texter lösen muss. Danach entscheidet eine Agentur, ob der Bewerber zu ihnen passt. In einem System, das zwischen Junior-Textern, Textern und Senior Textern unterscheidet, lässt sich der berufliche Weg dann in einer Agentur entwickeln.

Viele von uns Textern finden sich heute als sogenannte Freelancer (Freiberufler) auf dem Markt und arbeiten auf Honorarbasis für Unternehmen oder Agenturen und bieten je nach Konzept unsere Schreibe nach Wortpreis oder Stundenlohn an. Gerade heute ist der Bedarf an Texten für das Netz unendlich geworden. Content Marketing ist hier das Stichwort, das ich in einem der nächsten Artikel beleuchten möchte. Wir schreiben für Online-Ratgeber und Blogs, füllen Webseiten mit Text, konzeptionieren Kampagnen für Produkte und Services, coachen Mitarbeiter in Unternehmen in Sachen Kommunikation und Texte – und schreiben auch schon einmal Geschäftsbriefe, Einladungen oder Bekanntmachungen. Wir sind eben wie das „Mädchen für alles“, wenn es um Texte geht.

Eine Freundin findet meinen Berufszweig so faszinierend, dass sie gerne einmal einen Tag neben mir verbringen möchte. Nun gut, ich könnte nun sagen, dass würde ein sehr einsamer Vormittag für sie werden. Denn wenn ich mich zum Schreiben in meine Welt zurückziehe, dann verschwindet für mich alles um mich herum. Aber so einsam ist der Beruf aber doch nicht  – aber womit ich mich den ganzen Tag genau beschäftige, davon soll in einem der nächsten Artikel die Rede sein.

Bis dahin: Passt gut auf euch auf und bleibt gesund!

Eure Simone